Bamberger Symphoniker - 1. Kammerkonzert

12,0023,00

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1 Kategorie Erm
(SchülerInnen, Auszubildende, Studierende, Menschen mit Behinderung (ab GdB60) und wirtschaftlich Schwache (“SozCard”, GEZ-Befreiung o. ä.) – ein gültiger Ausweis ist bei Erwerb und Eintritt vorzulegen. – freie Platzwahl)
12,00

Beschreibung

Klaviertrio

Einblicke in Künstlerinnenleben – und in eine Epoche, wo Hans von Bülow bissig tönte: »Ich glaube nicht an das Femininum des Begriffes: Schöpfer.« Mélanie Bonis kämpfte sehr mit dem damaligen Rollenverständnis: Sie musste ihr Musikstudium abbrechen, wurde mit einem doppelt so alten Mann verheiratet, kümmerte sich um Haushalt und Kinder – und konnte sich erst kreativ ausleben, als sie weitgehend aus den Fesseln dieser Ehe befreit war. Dennoch benutzte sie häufig das geschlechtsneutrale Pseudonym Mel Bonis. Ihre beiden Trio-Stücke von 1907 rund um den erwachenden Morgen und die beschauliche Abendstimmung sind spätromantisch-impressionistische Stimmungs- bilder von hohem Niveau. Robert Schumann hatte im Vergleich zu vielen anderen Männern durchaus Achtung vor starken und kreativen Frauen, äußerte aber auch: »Die Namen unserer Komponistinnen lassen sich bequem auf ein Rosenblatt schreiben.« Seine Frau Clara, mit der er sieben Kinder hatte und die ihm oft den Rücken freihielt, war eine berühmte Pianistin und komponierte gelegentlich selbst – darunter 1846 mit dem Klaviertrio eines ihrer bedeutendsten Werke. An ihrem schöpferischen Selbstvertrauen zweifelnd bezeichnete sie diese »Frauenzimmerarbeit« allerdings als »gar weibisch sentimental« – völlig zu Unrecht, denn sie ist souverän in der Form, kräftig in der Aussage und voller melodischem Erfindungsreichtum. Auch das 1887 komponierte Trio von Cécile Chaminade ist atemberaubend virtuos mit leidenschaftlichen Gesten, schillernden Harmonien und zahlreichen Sehnsuchtsmelodien. Sie konnte sich mit starkem Durchsetzungswillen gegen die männliche Dominanz behaupten, hatte als Pianistin und Komponistin sogar Fanclubs – und sagte einmal: »Es gibt kein Geschlecht in der Kunst. Genialität ist eine selbstständige Eigenschaft.«

Melina Kim-Guez Violine
Lucie de Roos Violoncello
Paul Rivinius Klavier

Mélanie Bonis »soir et matin« op.76 für Klaviertrio
Cécile Chaminade Klaviertrio Nr. 2 a-moll op. 34
Clara Wieck-Schumann Klaviertrio g-Moll op. 17

Veranstaltungsort

Konzerthalle / Joseph-Keilberth-Saal
Mußstr. 1

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