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Klassik & Ballett / Sonstiges
Hille Perl & Marthe Perl - Capella Antiqua Bambergensis
Sonntag, 20. Oktober 2019
17:00 Uhr
Schloss Wernsdorf in Wernsdorf (bei Strullendorf)

Die vier Elemente – FEUER, WASSER, LUFT & ERDE

Hille Perl & Marthe Perl – Viola da Gamba

 

Schon die griechischen Philosophen in vorchristlicher Zeit betrachteten die vier Elemente als Grundbestandteile allen Lebens auf Erden und disputierten lediglich zuweilen darüber, ob Wasser oder eher Luft als vorrangiger Urstoff  zu bewerten sei. Für die Alchemisten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit spielte die Lehre von den vier Elementen eine zentrale Rolle. Sie  bestimmte in der Medizin die Charakterisierung der verschiedenen Menschentypen, es wurden Korrespondenzen mit Himmelskörpern gesucht und gefunden  und diese schlussendlich auch den Eigenschaften der christlichen Erzengel zugeordnet.  

Im Volksglauben fanden die Elemente in sogenannten „Elementarwesen“ ihren Niederschlag. So bevölkerten Gnome die Erdlöcher der Wälder und hausten unter Steinen, die Sylphen flüsterten zart bei mildem Wind in Sträuchern und Hecken, verführerische Undinen lauerten in den Tiefen der Brunnen und die Salamander trotzten jedem noch so verzehrenden Feuer.

Ist das mythologische Wissen um diese existenziellen Lebensbausteine auch für uns Menschen des 21. Jahrhunderts noch von Bedeutung?

Wir möchten diese Frage gerne mit einem entschiedenen „Ja aber natürlich!“ beantworten.

Denn gerade jetzt, wo die Welt auf allen Ebenen zunehmend aus den Fugen zu geraten droht, brauchen wir mehr denn je das überlieferte universale Wissen um die realen und spirituellen Dimensionen der vier Elemente, ihrer schöpferischen Kraft und ihrer zerstörerischen Energie, ihrer gegenseitigen Wechselwirkung und ihres heiligen Kerns.  Das Programm von Hille und Marthe Perl  versteht sich als ein kleiner Beitrag zu dieser weltumspannenden Aufgabe und Herausforderung – und wir bauen dabei auf Musik, unsere Musik, unsere Sprache in welcher wir jene allumfassende Liebe und Freundlichkeit formulieren, mit  welcher wir der Welt begegnen möchten und von welcher wir wünschen, dass uns die Welt auf ebensolcher Art und Weise begegnet.

 

Den ersten Abschnitt unserer musikalischen Reise widmen wir dem Feuer. Das Feuer steht für die verzehrende Liebe und die brennende Leidenschaft ebenso wie für die wohlige Wärme der Freundschaft. Und ob nun wütende Feuersbrunst oder bullernder Ofen am frostklaren Wintermorgen … Das Feuer nährt und wärmt uns, aber es kann uns ebenso gnadenlos zerstören – von daher hält es uns zu Demut, Vorsicht und Achtsamkeit an. 

Ein kleines thematisches Preludium von Marthe Perl beginnt die Betrachtung dieses Elementes. Wir haben uns erlaubt aus dem reichen Schatz irischer Melodien einige auszuwählen, die sich verschiedenen Aspekten realer Flammen zuwenden: die Feuerfahne, die vielleicht als Richtungsgeber in dunklen Zeiten dienen kann, das Feuer auf dem Berge, was vielleicht die Wälder, vielleicht ein Dorf bedroht und die alte Greisin am Feuer, die sich wärmt und Tee trinkt. Dann fiel uns auch das Solersche Fandango in die Hände, eigentlich als Cembalostück bekannt: doch wohl geeignet um auf zwei Bassgamben darin verschiedene Aspekte beharrlicher Leidenschaft und des Brennens für ein Thema darzustellen. 

 

Abschnitt zwei erzählt vom Wasser, dem Gegenelement des Feuers. Sinnbild dafür, dass unser Leben im Fluss – ja ein einziger Fluss ist, dass alles fließt und dass das was fließt schließlich in die Meere entlassen wird, deren unendliche Weiten uns kleine Menschen noch um ein vielfaches unendlich verloren scheinen lassen. Wasser ist auch das emotionale Element, wir vergießen Tränen der Freude ebenso wie der Trauer. Und Wasser hat eine ebensolche  Zerstörungskraft wie das Feuer – es spült hinweg, was sich ihm in den Weg stellt.

Der Aspekt der Trauer, der Klage und der Tränen ist hier unser vorrangiges Motiv: ‚Hume’s Lamentation‘ und Sumartes ‚Lachrimae Pavane‘ werden durch Marthes Arrangement von Dowlands bekanntem Lautenstück ergänzt.

 

Der dritte Abschnitt ist dem Element Luft gewidmet – Dem Atem. Der Odem, der uns vom Schöpfer aller Dinge im ersten Lebensaugenblick eingehaucht wird, so wie der letzte Atemzug für das Ende des Lebens steht. Luft steht für Bewegung, für Wind und Wirbel, für Leichtigkeit und Kreativität. Aber auch für die zerstörerische Kraft der Stürme und Orkane. Marais ‚Bourrasque‘, die Darstellung eines Sturmes folgt auf Marthes Einführungsmusik, darauf folgt  das ‚Jeu du Volant‘, das Federballspiel, was schon von den Adligen zu Versailles gespielt worden sein mag; auch Dudelsäcke werden mit viel Luft in Gang gehalten, Marais Musette stellt das ziehen und blasen der Musette dar, bevor ein windiges Saltarello die Betrachtung über dieses Element abschließt.


Der letzte Abschnitt handelt von der Erde: Sie ist der Mutterboden im wahrsten Sinne des Wortes, die Scholle auf der unsere Nahrung gedeiht, der Lebensspender. Aus ihr kommen wir, wie alles Lebendige, und zu ihr kehren wir am Ende wieder zurück um als Staub wiederum zum Ursprung neuen Lebens zu werden. Das Element Erde steht für den Jahreskreis und den sich darin abbildenden ewigen Kreislauf von Werden, Vergehen und Wiedererstehen …

Wiederum eröffnet ein Prelude von Marthe diesen  letzten Abschnitt des Programmes, dazu eine meditative Stimmung von Marc Poulenc, eine Komposition, die ursprünglich zwei Klarinetten zugedacht war, bevor wir uns der Beerdigung eines Freundes und Förderers des berühmten Marin Marais’ widmen: dem Tombeau für Monsieur Meliton: Es folgt eine englische Variationsreihe über das Folia-Thema ‚Faronell’s Ground‘, die das Programm beschließt.


Feuer Erde Wasser Luft. Vier Elemente – vier Aggregatzustände unserer Erde und vier Aggregatszustände von uns selbst. Wir meinen dass es lohnt, sich mit ihnen angesichts wachsender elementarer Ungleichgewichte in dieser Welt einmal mehr zu beschäftigen.

 

 





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